Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnisse - Alles, was man darüber wissen muss

Arbeitszeugnisse spielen bei Bewerbungen auf eine neue Stelle eine wichtige Rolle: Sie geben einen Eindruck von den Kompetenzen des Bewerbers. Zum anderen schaffen sie bei dem neuen Arbeitgeber Vertrauen. Handelt es sich jedoch nur um ein einfaches Arbeitszeugnis, oder fehlt dieses Dokument komplett, scheidet der Bewerber häufig vorzeitig aus einem Bewerbungsverfahren aus, auch wenn die Qualifikation für die jeweilige Stelle stimmt.

Der Laie, der in seinem Arbeitszeugnis eine Formulierung wie „zu unserer vollen Zufriedenheit“ liest, ist vielleicht hellauf begeistert, da er glaubt, er hätte ein besonders gutes Arbeitszeugnis bekommen. In diesem Artikel wollen wir dir das wichtigste Wissen zu diesem wichtigen Thema aufbereiten. Außerdem helfen dir zahlreiche Beispiele dabei, dein Arbeitszeugnis richtig zu interpretieren.

 

Rechtliche Aspekte zu Arbeitszeugnissen

Die typische „Zeugnissprache“

Aufgrund der Gesetzgebung, in der festgelegt ist, dass Arbeitszeugnisse wohlwollend formuliert sein müssen, hat sich eine Sprache entwickelt, in welcher jede Formulierung einen wohlwollenden Eindruck macht, auch wenn sich hinter den einzelnen Formeln auch sehr starke Kritik verstecken kann.

Außerdem schreibt das Gesetz vor, dass Arbeitszeugnisse der Wahrheit entsprechen und vollständig sein müssen. Angaben zu nicht bestandenen Prüfungen oder auch zu Krankheitszeiten sind nicht erlaubt. Der Arbeitnehmer kann verlangen, dass der Grund, warum die Beschäftigung geendet hat, nicht im Arbeitszeugnis erwähnt wird. Auch sind Angaben zu Gewerkschafts- oder Parteizugehörigkeiten des Arbeitnehmers nicht gestattet.

 

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Gegen ein schlechtes Arbeitszeugnis wehren

Ist das Arbeitszeugnis aus Sicht des Arbeitnehmers unerwartet schlecht ausgefallen, gibt es drei Möglichkeiten, dagegen vorzugehen:

  • Man kann den Arbeitgeber direkt darauf ansprechen. Gerade bei kleineren Betrieben steckt nicht immer eine böse Absicht dahinter, wenn beispielsweise ein wichtiger Aspekt im Arbeitszeugnis fehlt.
  • Weigert sich der Arbeitgeber, die entsprechende Korrektur vorzunehmen oder wendet die Verzögerungstaktik an, sollte man schriftlichen Widerspruch einlegen. In diesem sollte man alternative Formulierungen zu den beanstandeten vorschlagen.
  • Hilft auch dieses Druckmittel nicht, bleibt nur noch der Weg der gerichtlichen Klage: Drei Wochen, nachdem man das Arbeitszeugnis erhalten hat, kann man eine sogenannte Zeugnisberichtigungsklage einlegen. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass die Beweislast bei dem Arbeitnehmer liegt, wenn das Zeugnis nicht schlechter als die Note „befriedigend“ ist.

 

Das Arbeitszeugnis selbst schreiben

Besonders in kleineren Betrieben ist der Chef häufig froh, wenn die Mitarbeiter, die den Betrieb verlassen, ihr Zeugnis selbst formulieren. So kann sich die Führungskraft gleich doppelt Arbeit sparen: Das Arbeitszeugnis muss nicht mehr verfasst werden, und zudem sinkt das Risiko, dass es aufgrund diverser Formulierungen im Arbeitszeugnis zu einem Rechtsstreit kommt.

Allerdings kann hierbei ein Nachteil für den ausscheidenden Arbeitnehmer entstehen: Da er keine Übung in der Formulierung von Arbeitszeugnissen besitzt, wird er im Internet oder in Büchern nach üblichen Floskeln suchen. Einem geschulten Personaler fällt es jedoch auf, wenn ein Arbeitszeugnis einfach aus gängigen Formeln „zusammengeschustert“ wurde.

 

praktikant-softwareentwicklung schlechtes Zeugnis

Auch ein schlechtes Praktikumszeugnis sollte beim Arbeitgeber beanstandet werden.

 

Wer hat eigentlich Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?

Gemäß § 630 BGB haben alle Arbeitnehmer nach Beendigung der Tätigkeit einen Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. In der Praxis kann es jedoch geschehen, dass der ehemalige Arbeitnehmer nur ein einfaches Arbeitszeugnis erhält. Wird von dem ehemaligen Mitarbeiter ein qualifiziertes Arbeitszeugnis angefragt, so muss der Arbeitgeber dieses nach §109 GewO auch ausstellen. Kommt der Arbeitgeber dieser Pflicht auch nach mehrfacher Aufforderung nicht nach, kann der ehemalige Arbeitnehmer Klage bei dem Arbeitsgericht einreichen.

 

Wie lange hat man Zeit, ein Arbeitszeugnis anzufordern?

Ganze drei Jahre lang hat man die Gelegenheit, den ehemaligen Arbeitgeber um ein Arbeitszeugnis zu bitten. In der Praxis ist es jedoch zu empfehlen, ein Arbeitszeugnis so früh wie möglich anzufordern, am besten direkt nach der Kündigung. Wartet man nämlich mit der Beantragung eines Arbeitszeugnisses zu lange, kann der Besetzungswechsel in der jeweiligen Abteilung weiter fortgeschritten sein, sodass der ehemals wohlwollende Vorgesetzte zwischenzeitlich das Unternehmen verlassen hat.

Tipp: Will man ein Arbeitszeugnis aufgrund des Fehlens von Angaben oder anderer Fehler nachbessern lassen, sollte man diesen Wunsch so bald wie möglich äußern, denn 15 Monate nach Ausstellen des Arbeitszeugnisses verfällt das Recht auf Nachbesserung.

 

 

Zwischenzeugnis-Ausbildung-Kauffrau-im-Einzelhandel

 

Ein Zwischenzeugnis anzufordnern kann bei einem Führungswechsel oder für die rechtzeitige Bewerbung in einer neuen Firma wichtig sein.

 

Wie ein vollständiges Arbeitszeugnis aufgebaut ist

Die Überschrift lautet „Arbeitszeugnis“

Daraufhin folgen Informationen zu der jeweiligen Person (Name, Geburtstag, Zeitraum der Beschäftigung) und der Position, die diese besetzt hat. Anschließend wird das Unternehmen kurz beschrieben. Als nächstes wird die Tätigkeit der Person dargestellt, indem die einzelnen Aufgaben aufgezählt werden. Üblicherweise geschieht dies in absteigender Relevanz. Hatte die Person Führungsverantwortung, muss auch dieser Punkt in diesem Absatz erwähnt werden. Daraufhin folgt die Bewertung der Leistung. Auch das soziale Verhalten der Person wird bewertet. Im letzten Absatz können persönliche Wünsche an die Person Platz finden.

 

Spielräume in der Formulierung des Arbeitszeugnisses

Die Aufgaben des Mitarbeiters können entweder in Form eines Fließtextes oder in Form von Stichpunkten formuliert werden. Wird zu letzterem gegriffen, sind präzisere Angaben möglich, während Stichpunkte für eine bessere Übersichtlichkeit sorgen.



Bewertung der Leistung

Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass Vollständigkeit gewahrt wird, da von einem künftigen Arbeitgeber sonst im schlimmsten Fall angenommen werden muss, dass ein Bereich aufgrund seiner mangelnden Erfüllung verschwiegen wurde.


Als übliches Schema für die Bewertung der Leistung hat sich folgendes eingebürgert:

  • Arbeitsbereitschaft (Will man?): „stets sehr gut“ entspricht bei diesem und auch den weiteren Punkten der Note 1
  • Arbeitsbefähigung (Kann man?)
  • Fachwissen
  • Arbeitsweise / Arbeitsstil
  • Arbeitserfolg
  • Führungsleistung
  • Wenn es um die Bewertung des Sozialverhaltens geht, wird auf die einzelnen Gruppen eingegangen, mit welchen der Mitarbeiter zu tun hatte: Vorgesetzte, Kollegen sowie externe Parteien wie Geschäftspartner und Kunden. Diese Reihenfolge ist auch einzuhalten, da ansonsten von Abweichungen von einem optimalen Verhalten des Arbeitnehmers ausgegangen werden kann.
  • Im letzten Absatz wird der Grund für den Austritt genannt („auf eigenen Wunsch“, wenn der Mitarbeiter selbst gekündigt hat, „betriebsbedingt“, wenn die Kündigung von dem Arbeitgeber ausgegangen ist, „in beiderseitigem Einvernehmen“, wenn beispielsweise ein Aufhebungsvertrag abgeschlossen wurde, oder das Auslaufen eines Vertrags). Es folgt häufig ein Satz mit einem Dank und einer Phrase, in der das Austreten des Mitarbeiters bedauert wird. Ist dieser persönliche Abschluss im Arbeitszeugnis enthalten, zeugt dies davon, dass der jeweilige Mitarbeiter in dem Unternehmen geschätzt wurde.

 

Besondere Arten von Arbeitszeugnissen

Das Zwischenzeugnis

Ein Zwischenzeugnis wird während eines laufenden Arbeitsverhältnisses erstellt, und wie bei dem Arbeitszeugnis wird zwischen einer einfachen und einer qualifizierten Version unterschieden. Der Aufbau des Zwischenzeugnisses ist identisch mit dem des Arbeitszeugnisses. Rechtlicher Anspruch auf ein Zwischenzeugnis besteht allerdings keiner. Im jeweiligen Tarifvertrag kann man nachlesen, wann das Interesse eines Arbeitnehmers an einem Zwischenzeugnis berechtigt ist. Beispielsweise macht ein Zwischenzeugnis in den folgenden Fällen Sinn:

  • Jemand hat seit sehr langer Zeit kein Arbeitszeugnis mehr erhalten
  • Man hat nun einen neuen Vorgesetzten
  • Man wurde befördert

Tipp: Ein Vorteil des Zwischenzeugnisses besteht darin, dass der Arbeitnehmer darin meist besser bewertet wird als in einem Arbeitszeugnis. Der Grund: Der Arbeitgeber möchte die Arbeitskraft nur ungern verlieren.



Das Praktikumszeugnis

Diese Art von Zeugnis kann in seinem Wesen und in seinem Inhalt mit einem Arbeitszeugnis verglichen werden. Es besteht auch Anspruch auf die Ausstellung eines solchen Nachweises. Eine Praktikumsbescheinigung hingegen enthält keine Informationen zu den Aufgaben und den Leistungen, die der Praktikant erbracht hat.

 

Das Ausbildungszeugnis

Auch das Ausbildungszeugnis kann mit einem herkömmlichen Arbeitszeugnis verglichen werden, und der ehemalige Azubi hat ein Recht auf dieses Zeugnis. Wird der Auszubildende übernommen, kann dies im Arbeitszeugnis erwähnt werden.

  • Das Referenz- oder Empfehlungsschreiben
    Personaler schätzen diese Form von Leistungsbeurteilung. Sie kommt infrage, wenn man sich von der alten Arbeitsstelle „im Guten“ getrennt hat
  •  Mitarbeiterbeurteilung

Möchte eine Führungskraft einen ähnlichen Posten in einem anderen Unternehmen bekleiden, kann man Mitarbeiter nach deren Zufriedenheit mit der jeweiligen Person befragen.

 

Ausbildungszeugnis-Diplom-Betriebswirt

Auch bei einem Ausbildungszeugnis ist auf die Codes der Zeugnissprache zu achten

 

Die Codes von Arbeitszeugnissen richtig interpretieren

In Arbeitszeugnissen werden anhand sprachlicher Geheimcodes Schulnoten von 1-5 vergeben. Die folgenden Beispiele bieten allen Arbeitnehmern, die sich unsicher sind, wie sie ihr Arbeitszeugnis auslegen können, eine Interpretationshilfe.

 

Arbeitsbereitschaft

sehr gut:
„Frau Eis zeigte jederzeit und bei jeder Aufgabe eine ausgezeichnete Arbeitseinstellung sowie außerordentliche Motivation.“
„Herr Ziegler war in höchstem Maße engagiert und zeigte außerordentliche Eigeninitiative.“
„Frau Müller zeigte stets außerordentliche Eigeninitiative und großes Engagement.“

gut:
„Herr Kron überzeugte durch eine durchweg gute Arbeitseinstellung und stets hohe Motivation.“
„Frau Aal zeigte stets große Initiative und ein hohes Maß an Engagement.“
„Herr Zorn zeigte stets große Initiative und Engagement.“

befriedigend:
„Frau Kind überzeugte mit Motivation und guter Arbeitseinstellung.“
„Herr Nah war stets motiviert und zeigte eine gute Arbeitseinstellung.“
„Frau Kilic zeigte stets Initiative und Engagement.“

ausreichend:
„Herr Büchler war fleißig.“
„Frau Haus erledigte ihre Aufgaben motiviert und gewissenhaft.“
„Herr Prim zeigte Engagement in ausreichendem Maße.“

mangelhaft:
„Frau Dorner zeigte sich größtenteils fleißig.“
„Herr Schul war insgesamt motiviert.“
„Frau Keuch zeigte bei Anleitung Fleiß.“

 

Arbeitsbefähigung

sehr gut:
„Neuen Arbeitssituationen begegnete Herr Groß sehr souverän und stets aufgeschlossen.“
„Neuen Arbeitssituationen stellte sich Frau Klein mit größter Motivation und zu jeder Zeit souverän.“
„Herr Katz meisterte neue Arbeitssituationen stets sehr souverän.“

gut:
„Neue Arbeitssituationen bewältigte Herr Docht stets gut.“
„Mit ihrem Fachwissen konnte Frau Kerze jederzeit überzeugen und neue Arbeitssituationen stets sehr gut meistern.“
„Frau Fetter meisterte neue Arbeitssituationen stets sehr gut.“

befriedigend:
„Neue Arbeitssituationen bewältigte Herr Teppich erfolgreich.“
„Dank ihrer guten Fachkenntnisse konnte Frau Wand überzeugen.“
„Herr Schrank meisterte neue Arbeitssituationen erfolgreich.“

ausreichend:
„Die Anpassung an neue Arbeitssituationen erfolgte im geforderten Maße.“
„Die Anwendung von Fachwissen bei der Bewältigung neuer Arbeitssituationen entsprach den Anforderungen an die Position.“
„Frau Kleid passte sich neuen Arbeitssituationen jederzeit an.“

mangelhaft:
„Das Einfinden in neue Arbeitssituationen verlief größtenteils problemlos.“
„Ihre Fachkenntnisse waren zufriedenstellend und unterstützten sie in neuen Arbeitssituationen.“
„Herr Schuh passte sich neuen Arbeitssituationen meist ohne große Probleme an.“

 

Zeugnis-Industriemechaniker

Wichtig ist es neben den Formulierungen darauf zu achten, dass alle wichtigen Bestandteile eines Arbeitszeugnisses vorhanden sind.

 

Arbeitsweise

sehr gut:
„Alle Aufgaben wurden von ihr selbstständig, mit großer Genauigkeit und äußerster Sorgfalt erledigt.“
„Herr Bad überzeugte stets durch enorme Sorgfalt, Selbstständigkeit und höchste Präzision.“
„Frau Klo setze ihre Aufgaben stets selbständig mit äußerster Sorgfalt und größter Genauigkeit um.“

gut:
„Herr Hammer erledigte seine Aufgaben mit äußerster Sorgfalt, Genauigkeit und stets selbstständig.“
„Frau Kran hat die ihr übertragenen Aufgaben jederzeit mit Sorgfalt und zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt.“
„Herr Kuchler setzte seine Aufgaben stets selbständig mit großer Sorgfalt und Genauigkeit um.“

befriedigend:
„Ihre Aufgaben erledigte sie schnell und zufriedenstellend.“
„Die Bearbeitung seiner Aufgaben erfolgte systematisch und zufriedenstellend.“
„Frau Socke setzte ihre Aufgaben stets sorgfältig und genau um.“

ausreichend:
„Frau John erledigte ihre Aufgaben zufriedenstellend.“
„Bei der Erledigung seiner Aufgaben bemühte Herr Kron sich um Sorgfalt.“
„Herr Kerzner setzte seine Arbeit mit Sorgfalt und Genauigkeit um.“

mangelhaft:
„Die gezeigte Sorgfalt und Selbstständigkeit in der Erledigung von Aufgaben war insgesamt angemessen.“
„Frau Franke versuchte, die ihr aufgetragenen Aufgaben schnell zu erledigen.“
„Herr Jahn setzte im Allgemeinen die ihm übertragenen Aufgaben sorgfältig und genau um.“

 

Arbeitserfolg

sehr gut:
„Frau Kochler zeigte stets herausragende Arbeitsergebnisse.“
„Herr Bittner konnte mit bemerkenswerter Motivation und stets überdurchschnittlicher Zielerreichung überzeugen.“
„Die Arbeitsqualität von Frau Joch ist stets hervorragend.“

gut:
„Seine Arbeit war jederzeit von sehr guter Qualität.“
„Frau Martner erzielte stets beste Arbeitsergebnisse und ein hohes Engagement.“
„Herr Ziller zeigt stets eine gute Qualität der Arbeit.“

befriedigend:
„Die von Herrn Murner erbrachte Arbeitsqualität war überdurchschnittlich.“
„Frau Krone zeigte Engagement und konnte so gute Arbeitsergebnisse erzielen.“
„Herr Lattners Arbeitsqualität liegt über dem Durchschnitt.“

ausreichend:
„Die erbrachte Arbeitsqualität entsprach unseren Erwartungen.“
„Die Arbeitsergebnisse waren unseren Erwartungen entsprechend.“
„Die gelieferte Arbeitsqualität entspricht den kommunizierten Erwartungen.“

mangelhaft:
„Im Großen und Ganzen entsprach die Arbeitsqualität unseren Erwartungen.“
„Mit den Arbeitsergebnissen waren wir insgesamt zufrieden.“
„In Summe arbeitete Frau Koch entsprechend der Erwartungen.“

 

Gesamtleistung

sehr gut:
„In seinem sehr großen Verantwortungsbereich hatte Herr Schütze zu jeder Zeit alles im Griff und bewies einen überaus professionellen und souveränen Umgang mit den damit verbundenen Herausforderungen.“
„Frau Seher war eine außerordentlich bereichernde und geschätzte Mitarbeiterin, die maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen hat.“
„Die ihm übertragenen Aufgaben erfüllte Herr Konstantin stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.“

gut:
„Frau Dochtner begegnete Herausforderungen stets souverän und hatte ihren umfangreichen Aufgabenbereich im Griff.“
„Herr Malles Arbeit war eine enorme Bereicherung für unser Unternehmen und konnte zur Erreichung der gesetzten Ziele beitragen.“
„Frau Horn war eine wertvolle Mitarbeiterin und erfüllte ihre Aufgaben stets zu unserer vollen Zufriedenheit.“

befriedigend:
„Herr Huhn war eine gute Unterstützung für unser Unternehmen und war seinen Aufgaben gewachsen.“
„Durch ihre Flexibilität und effiziente Arbeitsweise konnte Frau Katze ihre Aufgaben meistern.“
„Herr Hunds Leistungen stellten uns jederzeit zufrieden.“

ausreichend:
„Herr Höger konnte die Aufgaben in seinem Bereich problemlos bewältigen und zeigte dabei das erwartete Maß an Flexibilität.“
„Frau Kuhn stellte eine Bereicherung für das Unternehmen dar und entsprach unseren Erwartungen an Belastbarkeit und Flexibilität.“
„Alle XY zugetragenen Aufgaben wurden ordnungsgemäß erledigt.“
mangelhaft:
„Frau King war insgesamt belastbar und flexibel.“
„Herr Schullner war insgesamt eine gute Unterstützung für unser Unternehmen.“
„Frau Gartners Leistungen haben unseren Erwartungen im Großen und Ganzen entsprochen.“

 

Sozialverhalten

sehr gut:
„Vorgesetzten und Kollegen gegenüber zeigte Herr Deckler stets ein vorbildlich freundliches und professionelles Auftreten.“
„Im Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kolleginnen sowie Kunden war Frau Kindner jederzeit vorbildlich, freundlich und zuvorkommend.“

gut:
„Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets professionell und freundlich.“
„Im Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war Herr Pockner stets vorbildlich.“

befriedigend:
„Ihr Auftreten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war professionell.“
„Der Umgang mit Vorgesetzten, Kollegen und Kunden war vorbildlich.“

ausreichend:
„Gegenüber Kollegen zeigte sie sich freundlich.“
„An seinem Verhalten gegenüber Kollegen war nichts zu beanstanden.“

mangelhaft:
„Im Umgang mit Vorgesetzten und Kollegen bemühte sie sich um ein freundliches Auftreten.“
„Sein Verhalten gegenüber Kollegen war insgesamt angemessen.“

 

Zeugnis-Sachbearbeiter-Callcenter

Auch auf das Verhalten sollte man ein besonderes Augenmerk werfen, vor allem das Weglassen der Vorgesetzten in der entsprechenden Passage ist ein starkes Indiz, dass es kein gutes Arbeitsverhältnis war.

 

Sollte man schlechte Arbeitszeugnisse vorlegen?

Du hast anhand der obigen Aufzählungen festgestellt, dass du ein schlechtes Arbeitszeugnis erhalten hast und überlegst nun, ob du deiner Bewerbung ein solches beilegen sollst?

Wenn du das Zeugnis einfach weglässt, kann es sein, dass der jeweilige Personaler vom schlimmsten Fall ausgeht. Deshalb kann man überlegen, ob die Chancen auf die jeweilige Stelle nicht bei Vorlage des Arbeitszeugnisses besser stehen. Man sollte ein miserables Arbeitszeugnis also nur dann weglassen, wenn man ausreichend andere Arbeitszeugnisse, in denen man gut bewertet wurde, vorlegen kann.

 

Zusammenfassung

Ein gutes Arbeitszeugnis verschafft dem Bewerber bei gleicher Eignung einen deutlichen Vorsprung anderen Kandidaten gegenüber. Klar ist, dass jeder Arbeitnehmer, der Fehler oder fehlende Angaben in seinem Arbeitszeugnis entdeckt, sofort um Nachbesserung bitten sollte. Auch Rechtschreibfehler im Arbeitszeugnis stellen einen Nachbesserungsgrund dar. Schließlich möchte man sich so bald wie möglich (erfolgreich) auf neue Stellen bewerben.

Während es mit der Hilfe von Beispielen relativ simpel ist, einzelne Formeln in einem Arbeitszeugnis zu entschlüsseln, gibt es Feinheiten, die dem ungeschulten Auge nicht auf Anhieb auffallen: Vollständigkeit und die Einhaltung der üblichen Reihenfolge spielen bei Arbeitszeugnissen eine wichtige Rolle, denn bei Abweichungen von dieser Reihenfolge empfangen die Personaler des Wunscharbeitgebers versteckte Signale. So kann eine veränderte Reihenfolge dafür sprechen, dass der Bewerber kein absolut einwandfreies Verhalten an den Tag gelegt hat.

Ist man sich nicht sicher, ob ein Arbeitszeugnis die eigene Arbeitskraft wirklich vorteilhaft darstellt, sollte man einen Experten um die Analyse des Zeugnisses bitten.