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Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Forum zu Arbeitszeugnis, Bewerbung und Karriere. Wir haben das Bewertungsforum eingestellt und auf unser neues Bewertungsportal Zeugnisbewertung.com ausgelagert. Dort können Sie Ihr Zeugnis anonym per Mail von uns bewerten lassen.

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Donnerstag, 29. Januar 2015, 14:40

Arbeitszeugnis Bewertung

Hallo meine lieben...
also ich habe ein Arbeitszeugnis von meinem letzten Arbeitgeber...
Bin aber jetzt von einem bekannten aufmerksam gemacht worden das
diese schlecht ist. Ich lade es mal per PDF hoch und auch noch die
Bewertung und Aufgabengebiet.

Ich bitte euch daher mein Arbeitszeugnis mal durchzuschauen.

Des weiteren wird auch der Einsatz im Ausland nicht mit bewertet.
Auslandeinsatz im Werk Hundaora.

Danke für eure Hilfe
»duckmucki« hat folgende Bilder angehängt:
  • Stellenbeschreibung Dräxlmaier_1.jpg
  • Stellenbeschreibung Dräxlmaier_2.jpg
  • Arbeitszeugnis Dräxlmaier.jpg
»duckmucki« hat folgende Datei angehängt:

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »duckmucki« (29. Januar 2015, 14:58)


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Montag, 23. März 2015, 12:17

Bewertung Arbeitszeugnis

Guten Tag duckmucki,

vielen Dank für das Einstellen Ihres Arbeitszeugnisses in unser System und für das damit verbundene Vertrauen in unser Angebot. Ihrem ausdrücklichen Wunsch nach einer beschleunigten Bewertung möchte ich an dieser Stelle gern nachkommen.

Dabei sind für mich die Dokumente zur Stellenbeschreibung und Aufgabendokumentation erst einmal weniger interessant. Ausschlaggebend für die Bewertung eines Arbeitszeugnisses ist eben das Arbeitszeugnis selbst.

Im formalen Aufbau orientiert sich das vorliegende Arbeitszeugnis an den strukturellen Anforderungen an ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Es ist gegliedert in

  • Einleitung
  • Unternehmensbeschreibung
  • Aufgabenbeschreibung
  • Leistungsbeurteilung
  • Verhaltensbewertung und
  • Schlussformel.

Dabei kann jeder Punkt in weitere Unterpunkte gegliedert sein.

Was jetzt folgt, passiert realtiv selten, ist hier aber erforderlich. Es muss in der Bewertung eine Zweiteilung zwischen Form und Inhalt vorgenommen werden.

Formal bewertet ich das Arbeitszeugnis aufgrund einiger sachlicher Fehler als "Befriedigend" bis "Genügend".

Inhaltlich bezüglich der wenigen getroffenen Bewertung lässt sich das Arbeitszeugnis mit "Gut", teilweise besser bewerten. In der Gesamtbewertung neige ich daher zu einem "Befriedigend" das vor allem auf formalen Fehlern beruht. Schon an dieser Stelle muss bemerkt werden, dass eine Nachbearbeitung hier dringend geboten erscheint.

Grundlagen für diese Bewertung sind

  • die allgemeine Tonalität
  • die Inhalte und Attribute der bewertenden Aussagen
  • die sachliche Richtigkeit und inhaltliche Vollständigkeit innerhalb der einzelnen Bewertungsabschnitte und
  • das Verwenden passender Verstärker wie "stets", "immer", "jederzeit" und ähnlicher im Zusammenhang mit bewertenden Formulierungen.

Richtig eingesetzte Verstärker machen eine bewertende Aussage uneingeschränkt, zuverlässig und sicher. Fehlt ein Verstärker im Zusammenhang mit einer bewertenden Formulierung, kommt es generell zu einer Abwertung um etwa eine Schulnote. Das trifft auch auf einschränkende oder abwertende Bemerkungen sowie auf sachliche Fehler oder offensichtlich absichtlich ausgelassene Bewertungskriterien zu.

Auffällig im vorliegenden Arbeitszeugnis sind die Kürze, aus der wenig inhaltliche und aussagekräftige Dichte folgert sowie eine Ansammlung formaler Fehler.

Hier einige detailliertere Bemerkungen zu einzelnen Passagen aus dem vorliegenden Arbeitszeugnis:

Die Benennung der Adresse des Arbeitnehmer innerhalb der Einleitung ist nicht statthaft. die Wohnadresse hat nichts mit der Arbeitsqualität zu tun. Bestenfalls könnte die im Kopf eines Arbeitszeugnisses auftauchen, wenn der Arbeitnehmer sein Arbeitszeugnis nicht persönlich entgegennimmt. Das lässt dann allerdings zumeist auf ein gestörtes Verhältnis zwischen Unternehmen und Arbeitgeber schließen. Und selbst dann reicht es aus, wenn die Adresse auf dem Anschreiben vermerkt ist, Die Wohnadresse ist demnach aus der Einleitung zu streichen.

Darüber ob der Auslandseinsatz erwähnt werden sollte, ließe sich streiten. auf der einen Seite gehörte der Auslandseinsatz eben zum Arbeitsbereich und muss nicht gesondert erwähnt werden, andererseits stellt ein Auslandseinsatz regelmäßig besondere Anforderungen an den Arbeitnehmer. Eine Erwähnung und Bewertung im Arbeitszeugnis ist daher meist vorteilhaft und sollte hier auch erfolgen.

Zitat

haben kennengelernt

Diese Formulierung wird regelmäßig von Arbeitsgerichten verworfen. Es wird suggeriert, dass das Kennenlernen anders war, als die weitere Entwicklung. Das mindert die getroffenen, hier positiven aussagen deutlich ab. Im konkreten Fall führt das zu einer Bewertung mit 3 bis 4, vor allem basierend auf dem formalen Fehler.

Im weiteren Verlauf werden Fachkenntnisse und sorgfältige Arbeitsweise als Basis der Arbeitsergebnisse beschrieben. allerdings wird hier kaum eine Wertung vorgenommen, sondern lediglich eine allgemeingültige Feststellung getroffen. Dafür gibt es bestenfalls eine 3.

Die zusammenfassende Leistungsbeurteilung spricht von

Zitat

stets zu unserer vollsten Zufriedenheit

Das entspricht im Zeugnisdeutsch einer 1 und hebt sich deutlich von allen bisherigen Bewertungen ab. Auffällig ist, dass keinerlei Bewertungen zur Arbeitsmotivation, Arbeitsweise im Konkreten, Quantität und Qualität getroffen wurden. Diese Einschränkung kann sich negativ auf die Gesamtwahrnehmung des Arbeitszeugnisses auswirken, selbst wenn in der zusammenfassenden Leistungsbeurteilung mit 1 bewertet wird.


Die Verhaltensbewertung entspricht einer klaren 2, auch wenn hier etwas verwaschen formuliert wird.



Zitat

von Respekt und gute Umgangsformen geprägt

bedeutet nichts weiter, als dass das meist so war, es aber auch Ausnahmen gab. Lediglich die klare Äußerung "stets einwandfrei" lässt eine 2 vermuten, die aber auch wegen der Einschränkung als 3 verstanden werden kann.

Ob der doppelte Punkt nach der Verhaltensbewertung ein Signal sein soll, bezweifle ich hier einmal. Auf jeden Fall ist der überflüssige Punkt zu entfernen.

In der Schlussformel wird von "beiderseitigem Einvernehmen "gesprochen. allerdings signalisiert das, dass der Aufhebungsvertrag wohl von Seiten des Arbeitsgebers initiiert wurde, der Arbeitnehmer diesem lediglich zugestimmt hat. Anderenfalls müsste von "bestem gegenseitigen einvernehmen" gesprochen werden.

Darüber hinaus unterstreicht der einfache Dank für die Mitarbeit ohne zusätzliche Bewertung das "Befriedigend" aus der Gesamtbewertung. Die Wünsche für den persönlichen Lebensweg sind zu entfernen, da persönliche Belange für ein Arbeitszeugnis keine Relevanz haben.


Insgesamt stellt sich das Arbeitszeugnis damit schlechter dar, als es sich im ersten Moment liest. Ich empfehle Ihnen, das Arbeitszeugnis aufgrund der hier erfolgten Bemerkungen unbedingt ändern zu lassen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Bewertung weitergeholfen zu haben.

Ihr Zeugnishelfer

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