Das digitale Schulzeugnis wird einfach und fälschungssicher

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In Deutschland kündigt sich ein digitales Schulzeugnis an. Dieses soll zukünftig sicherstellen, dass Manipulationen und Fälschungen unmöglich gemacht werden. Drei Bundesländer haben sich zu einem Probelauf entschlossen. Sie werden die Funktionen auf Herz und Niere prüfen, bevor es zu einer bundesweiten Umsetzung kommt.

Die Basis für die technische Umsetzung dieser Umstellung kommt aus dem Bereich der Kryptowährungen. Dort setzt man bereits seit langem die sogenannte Blockchain ein, um Fälschungssicherheit und Nachverfolgung zu garantieren. Diese Technologie soll nun auch bei den digitalen Schulzeugnissen der Zukunft zur Anwendung kommen.

Berlin, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz testen

Der Testbetrieb dazu startet noch in diesem Sommer. Die Bundesländer Berlin, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz werden die Anwendung testen. Diese ist ein Produkt von Govdigital. Das ist ein Zusammenschluss der Bundesdruckerei und öffentlicher IT-Dienstleister. Diese entwickeln derzeit in Zusammenarbeit mit Sachsen-Anhalt ein neues System, das die digitalen Zeugnisse zur Verfügung stellen wird.

Die Projektverantwortlichen haben bereits betont, dass alle deutschen Bundesländer in das Projekt eingebunden sind. Das Interesse ist groß, schließlich soll die digitale Version der Zeugnisse nicht nur einfach zu handhaben, sondern auch fälschungssicher und datenschutzkonform sein. Diese Umstellung kommt auch der Realität in Bewerbungsverfahren entgegen.

Veraltet und unpraktisch

Diese verlaufen zunehmend digital, da wirkt ein Zeugnis auf Papier ein wenig veraltet und unpraktisch in der Handhabung. Immerhin leidet die Qualität bei Einscannen der Zeugnisse, die Gefahr, dass die Noten manipuliert werden ist bei Papierzeugnissen hoch. Doch damit soll bald Schluss sein. Das digitale Schulzeugnis wird einfach und fälschungssicher.

Den Weg gibt das Deutsche Onlinezugangsgesetz des Bundes vor. Dieses schreibt vor, dass den Bürgern alle staatlichen Leistungen bis Ende des Jahres 2022 digital zugänglich gemacht werden müssen. Darunter fällt natürlich auch der Bereich der Bildung. Eine erste Version der digitalen Zeugnisse existiert schon und funktioniert technisch. Vor dem Ausrollen in ganz Deutschland möchten die Verantwortlichen dieses jedoch zunächst in drei Bundesländern testen.

2023 soll der Echtbetrieb starten

Alle anderen Bundesländer können bis Ende 2022 probeweise mitmachen, doch ab 2023 soll dann der Echtbetrieb aufgenommen werden. Dann soll sich die Handhabung deutlich vereinfachen. Das betrifft nicht nur Bewerbungen, sondern auch den Betrieb an den Hochschulen. Diese erhalten dann digital ein fälschungssicheres Zeugnis. Der manuelle Prüfungsaufwand fällt weg.

Praktisch gesehen können Schüler ihre Zeugnisse in Zukunft von einer Onlineplattform herunterladen und elektronisch versenden. Der Adressat kann in wenigen Sekunden prüfen, ob das Zeugnis echt ist. Das gilt für Universitäten, Schulen und Unternehmen gleichermaßen. Wer die Schulnoten für sein eigenes IT-System benötigt, kann diese automatisiert aus dem digitalen Zeugnis auslesen.

Zukünftig auf Papier und digital

Für die Lehrkräfte soll sich allerdings auch in Zukunft nichts ändern. Sie geben die Daten der Zeugnisse wie bisher in ihr gewohntes System ein. Dieses übermittelt die Daten über eine Schnittstelle an die Bundesdruckerei. Dieser erstellt dann das digitale Zeugnis, sichert es ab und schickt es an die jeweilige Schule digital zurück. Das alles passiert in Einklang mit den Vorgaben des Datenschutzgesetzes. Die Schüler erhalten dann in Zukunft ihr Zeugnis nicht nur auf Papier, sondern auch digital im PDF-Format. Damit macht Deutschland einen weiteren wichtigen Schritt in eine digitale Zukunft der Bildung.

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