Arbeitszeugnis ambulante Pflege

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  • Nachfolgendes Zeugnis hat meine Frau nach Kündigung innerhalb der Probezeit erhalten. Nachdem fast 6 Monate allenfalls Lob aber keinerlei Kritik seitens anderer Mitarbeiter, Geschäftsleitung und Kundschaft geäußert wurde, wurde die Kündigung ohne Ankündigung während der Krankschreibung meiner Frau zugestellt. Meines Erachtens eine extrem schlechte Beurteilung. Wie sehen Sie das? Danke im Voraus für jede Hilfe!


    Mattes
    [b]


    Zeugnis[/b]


    Frau xxx, geboren am xxx, war vom xxx bis xxx als Altenpflegerin in unserem ambulanten Pflegedienst beschäftigt.


    Sie wurde als Vollzeitkraft eingesetzt.


    Zu ihren Aufgaben in der Häuslichkeit der Pflegekunden gehörten:


    -die Grundpflege
    -ärztlich verordnete Leistungen/Behandlungspflege
    -hauswirtschaftliche Leistungen
    -Dokumentation


    Frau xxx verfügt über gute allgemeinmedizinische und pflegerische Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie gut in der Praxis umsetzen kann. Der Arbeitsbelastung war Frau xxx gewachsen. Die ihr übertragenen Aufgaben hat sie zuverlässig, mit Fleiß und zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt. Sie war tüchtig und in der Lage, ihre Meinung zu vertreten. Ihr Verhalten gegenüber Kollegen war stets einwandfrei. Gegenüber Kunden und Angehörigen zeigte sie sich kontaktbereit.


    Das Arbeitsverhältnis endete am xxx.


    Wir wünschen ihr für die Zukunft viel Erfolg.





    Unterschrift + Firmenstempel

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von MattesM () aus folgendem Grund: Ansprache der Forumsmitglieder eingefügt

  • Guten Tag MattesM,


    vielen Dank für die Übertragung des Arbeitszeugnisses Ihrer Frau und das damit in uns gesetzte Vertrauen. Aufgrund der großen Nachfrage nach diesem kostenfreien Angebot kann Ihre anfrage leider erst heute beantwortet werden. Für Ihr Verständnis vielen Dank.


    Im formellen Aufbau genügt das vorliegende Arbeitszeugnis den Anforderungen an ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Es besteht aus Einleitung, Unternehmens- und Aufgabenbeschreibung, Leistungsbeurteilung, Verhaltensbewertung und Schlussformel (die hier zugegebenermaßen viel zu kurz ausfällt).


    Im Gesamtüberblick bewerte ich das Arbeitszeugnis mit "Befriedigend", in Bezug auf die mangelhafte Schlussformel tendenziell mit "Ausreichend". Damit fällt das Zeugnis nicht wirklich gut aus. Grund dafür sind in erster Linie die weithin fehlenden Verstärker wie "stets", "jederzeit", "immer" und ähnliche. Solche Verstärker sind wichtig, um die Bewertungen mit den typischen Prädikaten zu stützen und zu einer zuverlässigen Aussage zu formen.


    Hier einige detailliertere Bemerkungen dazu:


    Zitat

    Frau xxx verfügt über gute allgemeinmedizinische und pflegerische Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie gut in der Praxis umsetzen kann. Der Arbeitsbelastung war Frau xxx gewachsen.


    Hier werden zwar allgemein gute bis befriedigende Bewertungen der Leistungsvoraussetzungen vorgenommen, allerdings fehlen durchweg die Verstärker. Damit wird aus einem "Gut" automatisch ein "Befriedigend". Daher erteile ich hier eine 3.


    Zitat

    Die ihr übertragenen Aufgaben hat sie zuverlässig, mit Fleiß und zu unserer vollen Zufriedenheit erledigt.


    Auch hier wird eine an und für sich gute aussage getroffen. allerdings fehlt auch hier zumindest ein Verstärker, der diese Aussagen untermauert. Dafür auch hier eine 3.



    Zitat

    Sie war tüchtig und in der Lage, ihre Meinung zu vertreten


    Hier vermischt sich die Leistungsbeurteilung mit der Verhaltensbewertung. Dabei bleibt fraglich, was "tüchtig" heißen soll. für mich klingt das arg nach bemüht, was eher einer 4 entspricht. ebenso verschließt sich mir, was es heißt, in der Lage zu sein, eine eigene Meinung zu vertreten. diese schleierhafte Formulierung kann bestenfalls wohlwollend mit 3 bewertet werden.



    Zitat

    Ihr Verhalten gegenüber Kollegen war stets einwandfrei. Gegenüber Kunden und Angehörigen zeigte sie sich kontaktbereit.


    Die Verhaltensbewertung kann im ersten Teil aufgrund der Formulierung "stets einwandfrei" mit 2 bewertet werden. Im zweiten Teil gibt es bestenfalls eine 3, da "kontaktbereit" keinerlei Aussage zur Gestaltung der Kontakte trifft und hier auch ein passender Verstärker fehlt.


    Die Schlussformel ist absolut mangelhaft. In eine vernünftig formulierte Schlussformel gehört zumindest eine irgendwie geartete Zusammenfassung der Leistung. Auch vermisse ich hier den Ausdruck des Bedauerns über das Ausscheiden aus dem Unternehmen. Im Ganzen kann hier bestenfalls eine 4 vergeben werden.


    Ich empfehle Ihrer Frau, dieses Zeugnis vom Arbeitgeber in jedem Fall mit Verweis auf die hier getroffenen Feststellungen nachbearbeiten zu lassen. so kann zumindest ein klares "Befriedigend", wenn nicht gar ein "Gut" erreicht werden.


    Dazu wünsche ich Ihnen und Ihrer Frau viel Erfolg!


    Ihr Zeugnishelfer