Auch Juristen brauchen einen Job

von Redaktion

Erst das Studium und dann das große Geld. Es gab Zeiten, da ging diese Rechnung nahtlos auf. Doch im Verlauf der letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Anwälte glatt verdreifacht. Das ändert natürlich auch den Arbeitsmarkt für die Juristen und nicht wenige verdingen sich als Projektjuristen.

Petrocelli, Ally Mc Beal und Co sind genau da, wo sie hingehören – in der guten Fernsehunterhaltung. Die Realität sieht für die weitaus meisten ganz anders aus. Selbst mit Top Leistungen in den Staatsexamen und einem Englisch, das einem Nativespeaker gleichkommt sind die Aussichten nicht mehr rosig. Mit etwas Fortune ist eine Associate Stelle in einer der globalen internationalen Wirtschaftskanzleien möglich. Spezielle Personalberatungen- und Vermittlungen vermitteln junge, allerdings nur top-qualifizierte Anwälte. Das Einsatzziel: Projektassistenten in Rechtsabteilungen großer Anwaltsfirmen. Diese akademischen Zeitarbeiter der Gegenwart ersetzen Anwälte und Anwältinnen in Elternzeit, und sind wie Ultimokräfte in Zeiten von Auftragsspitzen wichtig. Danach geht die Reise weiter zum nächsten Kurzeinsatz.

Als Anwalt über die Arbeitnehmerüberlassung zum Einsatz zu kommen ist sicher eine Möglichkeit, ist aber sicher nicht der Berufstraum der Juristen. Über einen sehr langen Zeitraum war der Anwaltsberuf Garant für bürgerliches Prestige eine höchst lukrative Einkommenssituation. Doch auch diese Wohlstandsfestung, die über Jahrzehnte als uneinnehmbar galt, steht nur noch in ihren Grundmauern. Etliche Praxen von Juristen, Organe der Rechtspflege können von der Wahrnehmung ihrer Aufgaben heute kaum mehr leben.

Die gefühlte finanzielle Attraktivität des Jurastudiums hat fast goldrauschartig dazu geführt, dass es heute fast schon eine Anwaltsschwemme in Deutschland gibt. Zum Vergleich: heute sind rund 160.000 Rechtsanwälte zugelassen. Das ist fast das Dreifache vom Stand von 1990. Wirkliche Karrieren sind hier nur mehr mit einem erheblichen Spezialisierungsgrad möglich, den aber kaum jemand gleich nach dem Studium haben kann.

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