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Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Forum zu Arbeitszeugnis, Bewerbung und Karriere. Wir haben das Bewertungsforum eingestellt und auf unser neues Bewertungsportal Zeugnisbewertung.com ausgelagert. Dort können Sie Ihr Zeugnis anonym per Mail von uns bewerten lassen.

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Donnerstag, 15. Oktober 2015, 00:31

Verschlechtertes Endzeugnis

Hallo liebe Zeugnisexperten,

einen herzlich Dank an Sie, dass ich mein Zeugnis hier bewerten lassen kann.
Mein großes Problem ist, dass ich kürzlich ein, gegenüber dem Zwischenzeugnis von vor vier Jahren, scheinbar verschlechtertes Endzeugnis bekam. Deshalb würde ich mich sehr freuen, wenn Sie auch die Veränderung zum vorigen Zwischenzeugnis von 2011 kurz kommentieren/bewerten/deuten. (Zwischen Klammern habe ich jeweils Informationen/die Vergleichssätze aus dem vorigen Zwischenzeugnis des Jahres 2011 angefügt.
Es folgt das abgetippte Abschlusszeugnis:

Zeugnis
Herr …… geb. am ……war vom ….bis zum ….in unserem Unternehmen tätig.
In der Zeit vom …….. bis zum …….. hat ……… in unserem Hause eine Ausbildung ... ……….absolviert. Hierfür liegt ein gesondertes Ausbildungszeugnis vor.
Herr…wurde nach der Ausbildung zunächst …… …..eingesetzt. Zur Weiterentwicklung wurde er in …………An dieser Stelle verweisen wir auf das am …..ausgestellte Zwischenzeugnis. (Gemeint ist besagtes Zwischenzeugnis von 2011)
Dann hat…….in der Zeit vom ……………….an einer Fortbildungsmaßnahme … …. Meister teilgenommen.
Während dieser Zeit wurde das Arbeitsverhältnis ruhend gesetzt. Ab dem …..wurde Hr. ………als Teilzeitkraft wieder ………………….eingesetzt.
In seiner Funktion als Maschinenbediener führte er folgende Aufgaben aus:
(Hier waren 2011 unter den Aufzählungen noch meine Einrichter- und Kontrolltätigkeiten sowie Störungsbehebung mit aufgeführt. In diesem letzten Zeugnis jedoch fehlen diese Tätigkeiten komplett und es sind in dieser Aufzählungen komischerweise nur noch reine MaschinenBEDIENERtätigkeiten drin wie z.B. Fräsen an Fräsmaschinen, Drehen an Drehmaschinen. Und dass, obwohl in meiner Tätigkeit nichts weggefallen ist.)
Herr……verfügt über ein gutes und umfassendes Fachwissen, das er auch bei schwierigen Aufgaben effektiv und erfolgreich einsetzte. Durch die Teilnahme an Schulungen erweiterte er sein fachliches Wissen und Können mit Erfolg. (2011: Mit Erfolg nutzt er alle Möglichkeiten, sich beruflich weiterzubilden) Seine Auffassungsgabe ermöglichte es ihm, neue (2011: schwierige) Arbeitssituationen und Probleme zutreffend zu erfassen (2011: verstehen). Durch seine logische Vorgehensweise und Urteilsfähigkeit fand er im Allgemeinen richtige Lösungen. (2011: Anzuerkennen sind seine guten Fähigkeiten, Situationen und Fragestellungen logisch zu erfassen)
Herr……zeigte bei der Erfüllung seiner Aufgaben großes Engagement (2011: außergewöhnlich großes Engagement) und Eigeninitiative. Auch großem (2011: größtem) Arbeitsanfall war er stets gewachsen. Herr …… war zudem ein zielorientierter, verantwortungsbewusster und gewissenhafter Mitarbeiter. (2011: In allen Situationen agiert Herr …. sehr verantwortungsbewusst, zielorientiert und gewissenhaft.) Seine Arbeitsweise war geprägt von großem Pflichtbewusstsein und hoher Zuverlässigkeit. Sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht erzielte er gute (in 2011: immer gute) Arbeitsergebnisse.
Die Leistungen von Herrn ….. haben unsere hohen Erwartungen stets und in bester Weise entsprochen. Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war jederzeit gut.
Herr ….. verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch zum …….
Wir verlieren in ihm einen guten Mitarbeiter und bedauern sein Ausscheiden sehr.
Für die wertvolle Mitarbeit danken wir Herrn …. Und wünschen ihm weiterhin beruflich und privat alles Gute.
Ende des Zeugnisses

(-Wie ist das Wort Teilzeitkraft im dritten Absatz zu deuten?
-Wie ist zu deuten, dass man meine zweite Aufstiegsfortbildung zum Betriebswirt gar nicht erwähnt?)

Viielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe

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Donnerstag, 15. Oktober 2015, 14:29

Bewertung Endzeugnis (im Vergleich zum Zwischenzeugnis)

Guten Tag Takko,

vielen Dank für das Einstellen Ihres Arbeitszeugnisses in unser Forum für Arbeitszeugnisbewertung und für das damit verbundene Vertrauen in unser Angebot. Ihrem Wunsch nach einer beschleunigten Arbeitszeugnisbewertung möchte ich an dieser Stelle gern nachkommen.

Zuvor sei bemekrt, dass der Vergleich eines länger zurückliegenden Zwischenzeugnisses mit einem aktuellen Arbeitszeugnis nicht immer legitim und selten zielführend ist. Aus der Praxis ist bekannt, dass Zwischenzeugnisse oftmals besser abgefasst werden, um die weiterbeschäftigten Arbeitnehmer nicht zu verprellen und die Arbeitsmotivation aufrecht zu erhalten. Ist das Arbeitsverhältnis einmal gekündigt, mischen sich in die Erstellung des Arbeitszeugnisses oftmals auch Frust und Enttäuschung, obgleich eine objektive Leistungs- und Verhaltensbewertung angestrebt werden sollte.

Auch wenn, wie in Ihrem Fall, das Zwischenzeugnis deutlich besser zu wirken scheint als das Endzeugnis, muss dies nicht unrichtig sein. Inwiefern das der Fall ist, können Sie nur selbst einschätzen und den Arbeitgeber entsprechend um Berichtigung bitten. Das trifft auch zu, wenn wesentliche Bestandteile wie etwa gewöhnliche Tätigkeiten oder Aufstiegsqualifizierungen ausgelassen worden sind.

Im strukturellen Aufbau entspricht das Arbeitszeugnis offenbar den formalen Anforderungen an ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Ein solches ist gegliedert in


  • Einleitung
  • Unternehmensbeschreibung
  • Aufgabenbeschreibung
  • Leistungsbeurteilung
  • Verhaltensbewertung
  • Schlussformel

Dabei kann jeder Punkt in weitere Unterpunkte gegliedert sein.

In der Gesamtbewertung erteile ich dem vorliegenden Arbeitszeugnis ein "Befriedigend". Grundlagen für diese Bewertung sind
  • die allgemeine Tonalität
  • die Inhalte und Attribute der bewertenden Aussagen
  • die sachliche Richtigkeit und inhaltliche Vollständigkeit innerhalb der einzelnen Bewertungsabschnitte
  • das Verwenden passender Verstärker wie "stets", "immer", "jederzeit" und ähnlicher im Zusammenhang mit bewertenden Formulierungen

Richtig eingesetzte Verstärker machen eine bewertende Aussage uneingeschränkt, zweifelsfrei und sicher. Fehlt hingegen ein Verstärker im Zusammenhang mit einer bewertenden Formulierung, kommt es generell zu einer Abwertung um etwa eine Schulnote. Das trifft auch auf einschränkende oder abwertende Bemerkungen, auf sachlich/inhaltliche Fehler und auf offensichtlich absichtlich ausgelassene Bewertungskriterien zu.

Hier einige detailliertere Bemerkungen zu einzelnen Passagen aus dem vorliegenden Arbeitszeugnis:

Zitat

Herr……verfügt über ein gutes und umfassendes Fachwissen, das er auch bei
schwierigen Aufgaben effektiv und erfolgreich einsetzte.
Ihr Fachwissen als wesentliche Leistungsvoraussetzung wird als "gut und umfassend" dargestellt. Hier bedarf es keiner weiteren Verstärker. Bewertet wird hier mit 2. Die Umsetzung wird als "effektiv und erfolgreich" eingeschätzt. Wegen fehlender Verstärker ist hier mit 3 zu bewerten.

Zitat

Durch die Teilnahme an Schulungen erweiterte er sein fachliches Wissen und Können mit Erfolg.
Ihre Weiterbildungsbestrebungen werden als erfolgreich bewertet, wiederum ohne Verstärker, also folgerichtig wieder 3.

Zitat

Seine Auffassungsgabe ermöglichte es ihm, neue (2011: schwierige)
Arbeitssituationen und Probleme zutreffend zu erfassen (2011:
verstehen).
Auch hier bewerte ich mit 3, tendenziell könnte auch eine 4 erteilt werden, da das Erfassen von Problemen nicht ausreicht, um diese auch zu lösen. Fehlende Verstärker unterstreichen diese Tendenz.

Zitat

Durch seine logische Vorgehensweise und Urteilsfähigkeit fand er im Allgemeinen richtige Lösungen.
"Im Allgemeinen richtige Lösungen", entspricht den durchschnittlichen Erwartungen und muss dementsprechend auch mit 3 bewertet werden.

Zitat

Herr……zeigte bei der Erfüllung seiner Aufgaben großes Engagement (2011: außergewöhnlich großes Engagement) und Eigeninitiative.
Wiederum wird auf passende Verstärker verzichtet, so dass auch hier mit 3 bewertet wird.

Zitat

Auch großem (2011: größtem) Arbeitsanfall war er stets gewachsen.
Für diese Passage erteile ich eine 2.

Zitat

Herr …… war zudem ein zielorientierter, verantwortungsbewusster und
gewissenhafter Mitarbeiter. (2011: In allen Situationen agiert Herr ….
sehr verantwortungsbewusst, zielorientiert und gewissenhaft.) Seine
Arbeitsweise war geprägt von großem Pflichtbewusstsein und hoher
Zuverlässigkeit. Sowohl in qualitativer als auch in quantitativer
Hinsicht erzielte er gute (in 2011: immer gute) Arbeitsergebnisse.
Trotz der positiven Formulierungen muss auch an dieser Stelle eine 3 erteilt werden, da rundweg auf die wichtigen unterstützenden Verstärker verzichtet wird.

Zitat

Die Leistungen von Herrn ….. haben unsere hohen Erwartungen stets und in bester Weise entsprochen.
Die zusammenfassende Leistungsbeurteilung entspricht mit "stets und in bester Weise" einer knappen 1, steht damit aber im Widerspruch zu den vorhergehenden Einschätzungen.

Zitat

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war jederzeit gut.
Die Verhaltensbewertung ist mit jederzeit gut" mit 2 zu bewerten.

Die Schlussformel unterstreicht durch den Verzicht auf Verstärker zu den bewertenden Ausagen die Gesamtbewertung mit "Befriedigend".

Ich hohhe, Ihnen mit dieser Arbeitszeugnisbewertung und den ergänzenden Hinweisen weitergeholfen zu haben.

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