Mobbing geht jeden etwas an

von Redaktion

Mobbing ist nicht nur schwer zu definieren und zu greifen, es ist auch schwer aus diese Falle wieder heraus zu kommen.

Parallel zum technischen Wandel ist die Verantwortung der Mitarbeiter gestiegen. Die Arbeit ist durch eine viel höhere Informationsdichte deutlich intensiver geworden. Zeitgleich mit dem Wandel der Arbeitswelt muss sich die Betriebs-Organisation mitentwickeln. Dabei gilt der alte Grundsatz, dass Mobbing nicht einfach „passiert“. Mobbing wird verursacht. Mobbing gedeiht immer dort prächtig, wo die Arbeit schlecht organisiert ist, wo die Personalentwicklung wenig Aufmerksamkeit bekommt oder Mitarbeiter um Arbeitsplätze kämpfen oder gegeneinander ausgespielt werden.

Schulungen und Aufklärungen mit Verständnis, Faltblättern und Broschüren sind gute Anfänge auf dem Weg zu einem guten Betriebsklima. Ein bestellter Mobbingbeauftragter sowie die Einrichtung von Gesprächsrunden sind ebenfalls wirksame Gegenmittel. Für den Betroffenen ist der Ausbruch aus der Mobbingsituation nicht einfach. Opfer haben zumeist keine wirksame Chance zur Gegenwehr. Die Beschwerden werden kleingeredet oder noch schlimmer – einer zu großen Fantasie des Opfers zugeordnet. Betroffene sollten sich nicht mobbende Kollegen als Verbündete holen. Zeugen sollten bei bestimmten Situationen und Gesprächen dabei sein, Protokolle angefertigt werden. Der Vorgesetzte ist grundsätzlich auch ein potenzieller Ansprechpartner in solchen Angelegenheiten. Sind der Vorgesetzte und der Mobber dieselbe Person, dann sollte die Geschäftsleitung informiert werden

Jeder Mobber ist nur so stark, wie es die Kollegen zulassen. Wer als Kollegin oder Kollege mitbekommt, dass jemand gemobbt wird, sollte schnell aktiv werden und eingreifen. Ein Vorgesetzter hat nicht deshalb versagt, weil es in seinem Verantwortungsbereich einen Mobbing-Fall gibt. Er würde dann versagen, wenn er ihn nicht zur Kenntnis nehmen würde. Mobbing gibt es allerdings auch von oben nach unten, also Chefs und andere Vorgesetzte gegenüber Mitarbeitern. Dann allerdings nennt man es tatsächlich Bossing.

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