Mehr Arbeitslose Akademiker wie Ärzte, Ingenieure oder Chemiker

von Newsredaktion

Akademiker

Bisher galt ein Studium als guter Schutz, um nicht arbeitslos zu werden. Vor allem in technischen oder naturwissenschaftlichen Disziplinen gäbe es sehr gute Chancen. Doch inzwischen stimmt diese Annahme nicht mehr in allen Bereichen.

Gefragte MINT-Fächer

Für berufliche Sicherheit wurden noch vor einigen Jahren vor allem die so genannten MINT-Fächer wie Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik empfohlen. Entsprechende Absolventen versprach man eine große Auswahl an Stellen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung korrigiert nun aktuell diesen Glauben.

Steigende Arbeitslosen-Zahlen

So sind die Zahlen der arbeitslosen Akademiker in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Bedenklich sind dabei weniger die absoluten Zahlen, die immer noch im Rahmen sind, vielmehr ist der prozentuale Anstieg hoch. So sind die MINT-Fächer heute keine Job-Garantie mehr. Die Zahl der arbeitslosen IT-Fachkräfte ist in den letzten drei Jahren um ein Drittel gestiegen. Bei den Ingenieuren ist der Anstieg ähnlich. Dramatisch ist der Anstieg bei den Ärzten und Physikern. Hier stieg die Zahl um die Hälfte an. Auch die Zahl der arbeitslosen Chemiker legte um 25 Prozent zu.

Anstieg der Studierenden

Gleichzeitig ist zuletzt die Zahl der Studierenden in diesen Disziplinen erheblich gestiegen. Das wirkt sich jedoch nicht auf den Arbeitsmarkt aus, trotz guter Konjunktur. Inzwischen studierten fast 60 Prozent der jungen Menschen eines Geburtenjahrgangs, das sind doppelt so viele wie noch vor 20 Jahren. Bei Fächern wie Lehramt, Architektur oder bei den Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften ist der Anstieg nicht so groß. Entsprechend sind in diesen Bereichen auch weniger Absolventen ohne Job.

Alternativen aufzeigen

Experten sprechen bei diesem Phänomen vom so genannten Schweinezyklus. Die Arbeitsmarktchancen beeinflussen die Berufswahl der Studenten, die auch auf die Klagen der Unternehmen bezüglich des Fachkräftemangels sich für die MINT-Fächer entscheiden. Ist der Bedarf jedoch gedeckt, steigt die Arbeitslosigkeit. Oft wird daher der Trend zum Studium kritisiert. Vielmehr sollten Schulabsolventen auf die Alternativen wie Duales Studium oder Ausbildung bzw. Lehre hingewiesen werden, um das Gleichgewicht wieder herzustellen und den jungen Leuten Perspektiven zu bieten.

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