Führungskräfte in 70 Prozent-Teilzeit – ein zeitgemäßes Modell

von Newsredaktion

Chef

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für viele Arbeitnehmer ein vertrautes Problem, ebenso wie die Teilzeit-Arbeit. Bisher ging man davon aus, dass man als Führungskraft auch die ganze Woche im Unternehmen präsent sein muss. Doch Experten sagen nun, es geht auch anders, mit etwas Organisation und Fantasie.

Funktionierende Teilzeit bei Führungskräften

So gibt es inzwischen mehr, nach wie vor aber insgesamt sehr wenige Führungskräfte, die ihre Arbeitszeit von 100 Prozent auf 70 Prozent reduziert haben – mit Erfolg. Doch wie genau kann das funktionieren, wenn Führungskräfte nur Montag bis Donnerstag oder nur bis 16, 17 Uhr arbeiten? Noch immer besteht die Ansicht, dass effiziente, erfolgreiche Führung nur möglich ist, wenn die Chefin oder der Chef auch immer im Büro sind und damit ansprechbar und präsent. So wundert es nicht, dass derzeit nur 6,5 Prozent der Führungskräfte im 70-Prozent-Modell arbeiten und somit einen interessanten, erfüllenden Job machen und gleichzeitig ausreichend Zeit für Kinder und Familie haben.

Vergleich mit europäischen Nachbarn

Ein Vergleich mit anderen europäischen Ländern zeigt, dass hier in Deutschland noch Nachholbedarf herrscht. Während beim Spitzenreiter in den Niederlanden etwa 17 Prozent der Führungskräfte Teilzeit arbeiten, sind es beim Schlusslicht Tschechische Republik mit knapp zwei Prozent. Doch die Veränderungen der Berufswelt führen zu einem Umdenken in den Unternehmen. So wird der Arbeitsmarkt zum Bewerbermarkt. Es wird immer schwieriger gute Fachkräfte und eben auch qualifizierte Führungskräfte zu finden. Deshalb ist es an der Zeit, diesen Trends mit neuen Führungs- und Arbeitszeitmodellen zu begegnen.

Organisation, Flexibilität und Fantasie

Damit die Führungskraft in Teilzeit arbeiten kann, erfordert es etwas Organisation und Fantasie sowie eine flexible Geschäftsführung. Wichtig ist zunächst eine Umfeldanalyse sowie der genau Blick auf die Aufgaben. So kann entschieden werden, welche Aufgaben der Führungskraft an Kollegen delegiert werden können. Hilfreich ist am Anfang auch, mit kleinen Schritten zu beginnen. Experten raten hier zu Beginn eine Arbeitszeit von 75 bis 80 Prozent als guten Einstieg. Eine Alternative ist auch, sich zu zweit einen Chefposten zu teilen. Außerdem gilt es, mit dem Team zu entscheiden, wer welche Aufgaben übernimmt und wie die Abläufe angepasst und verändert werden können oder müssen.

Für das Modell gibt es einige Ausnahmen, wo die Teilzeit schwierig wird. Wenn Führungskräfte in Positionen mit starker Vernetzung arbeiten, wenn in Unternehmen häufig unvorhergesehen Ereignisse auftreten und wenn Mitarbeiter direkt und vor Ort angeleitet werden müssen.

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