Downshifter und Jobsharing: Mehr Zeit, mehr Lebensqualität, weniger Geld

von Newsredaktion

Jobsharing

Was bewegt besonders erfolgreiche Manager, den Rückwärtsgang einzulegen, auf das gut dotierte Gehalt zu verzichten? Warum teilen sich ehrgeizige, junge Berufsanfänger eine Stelle? Sie streben nach mehr Zeit für sich, mehr Lebensqualität und wollen eine Auszeit vom Job, Luxus und Verantwortung.

Manager auf der Überholspur

Sie haben alles erreicht und haben alles, wovon andere träumen, ein mehr als ordentliches Gehalt, ein teures Auto, ein Traumhaus, unzählige Annehmlichkeiten. Sie wünschen sich von allem weniger, obwohl sie alles haben, oder gerade weil sie alles haben. Eine Studie zeigt aktuell, dass sich 72 Prozent der Arbeitnehmer eine Auszeit wünschen. In der Regel sind es vor allem erfolgreiche Manager, die nach einem sehr erfolgreichen Studium eine bemerkenswerte Karriere hingelegt, eine Familie gegründet haben und mit Mitte, Ende 30 zu den Führungskräften im Unternehmen gehören. Doch die Kehrseite ist: Es fehlt bald die Zeit für Freunde und Familie, die Arbeit bestimmt das Leben, man wird zunehmend einsam. Irgendwann fallen Familie, Freunde und Kollegen weg, die für einen da sind, die Rat geben könnten, die auffangen.

Phänomen Downshifting

Psychologen sprechen hier vom Phänomen Downshifting. Wenn Arbeitnehmer beruflich kürzer treten, das Leben genießen möchten, aussteigen. Das gilt vor allem für diejenigen, die besonders schnell und hoch aufsteigen und bis an die Grenzen der Belastbarkeit und darüber hinaus gehen. Während vor einigen Jahren vor allem Manager zwischen 40 und 50 Jahren davon betroffen waren, sind heute auch bereits Berufsanfänger mit dem Problem vertraut. Viele wollen bereits im Vorfeld gar nicht erst in die Stress- oder Karriere-Falle geraten und lehnen auch mal eine Beförderung ab, wenn das Job-Profil nicht passt, oder wechseln das Unternehmen, wenn sie sich nicht mehr wohlfühlen oder generell das Privatleben unter dem hohen Arbeitspensum leidet. Gerade Arbeitnehmer, deren Gehalt erfolgsabhängig ist, klagen vermehrt über Stress, Termin- und Leistungsdruck. 50 Prozent der Betroffenen leiden unter Erschöpfung oder Schlafstörungen.

Alternativen wie Jobsharing

Wie kann man dem entgehen? Komplett aussteigen, wie einige Downshifter das tun? Die Bremse betätigen und die Karriereleiter auch ein, zwei Schritte rückwärtsgehen? Alternative wäre z.B. sich eine lukrative Stelle zu teilen. Ein neues Modell bedeutet dabei vor allem halber Lohn, halbe Arbeitszeit mit zahlreichen Überstunden und keinerlei Chancen auf Karriere. Was sich im ersten Moment unattraktiv anhört, macht jedoch gerade in vielen großen Unternehmen Schule. Sie suchen solche Tandem-Teams, die als motivierter, effizienter und viel zufriedener gelten. Damit könnte Jobsharing zum künftigen Trend werden.

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