Doktortitel Risikofaktor für Karriere

von Newsredaktion

Doktortitel

Eigentlich könnte man ja stolz auf den Doktortitel sein. Man hat die Promotion geschafft, gilt als topqualifiziert. Doch die Realität zeigt, dass viele Doktoranden schlechte Chancen auf Jobs haben, sowohl an den Universitäten wie auch in der freien Wirtschaft. Viele gehen daher ins Ausland oder verschweigen die Promotion.

Doktoranden überqualifiziert und zu alt

Viele Doktoranden erhalten inzwischen die Rückmeldung, dass man überqualifiziert ist, zu alt. Viele Unternehmen teilen die Sorge, dass die Doktoranden mit Ende 30 mit jungen Berufsanfängern auf einer Stufe stehen und dabei mehr Gehalt zahlen müssen. Daher raten derzeit einige Karriereberater Absolventen mit Doktortitel dazu, den Titel wegzulassen, um die Unternehmen nicht zu verschrecken. Doch wozu dann die jahrelange Arbeit für die Promotion?

Karriere in der Wirtschaft oder an der Universität

Neben der Karriere in der freien Wirtschaft ist auch die wissenschaftliche Karriere an der Universität kaum eine Alternative mehr. Denn nur als Professor kann man die Zukunft sicher planen. Bis dahin müssen sich junge Akademiker mit einzelnen Projekten oder kurzen Zeitverträgen durchschlagen. Dazu kommt ein schlechtes Gehalt. Nicht umsonst entscheiden sich viele Akademiker erst sehr spät für Familie und Kinder.

Vergleich mit anderen Ländern

So ist festzustellen, dass viele Akademiker trotz jahrelanger Ausbildung und einer hochqualifizierten Bildung keine berufliche Perspektive haben. Experten von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft sehen darin vor allem eine deutsche Eigenart. Denn in Deutschland haben derzeit etwa neun von zehn wissenschaftlichen Mitarbeitern einen Zeitvertrag. In anderen Ländern wie Großbritannien, USA Frankreich sieht das anders aus. Hier gibt es mehr feste Planstellen und damit viel früher planbare Perspektiven für junge Akademiker. Um dem entgegenzuwirken, will die Regierung in den letzten Wochen des Jahres ein Wissenschaftszeitvertragsgesetz verabschieden, sodass die Zeitverträge zumindest eine längere Laufzeit vorweisen. Doch für die Betroffenen ist das keine dauerhafte Lösung. So kehren viele Akademiker Deutschland den Rücken und wandern ins Ausland ab, wo häufig bessere, langfristigere Perspektiven und bessere Gehälter zu erwarten sind.

Zurück

Einen Kommentar schreiben