Beruf der Hebamme in Gefahr?

von Newsredaktion

Hebamme

Viele Hebammen sind derzeit sehr besorgt, was ihren Beruf anlangt: Horrende Versicherungsprämien zwingen viele Hebammen zur Aufgabe ihres Berufs. Dabei wünschen sich viele Schwangere eine kompetente Begleitung während und nach der Schwangerschaft, haben oft jedoch das Problem, eine Hebamme zu finden.

Stark angestiegene Versicherungsprämien

Viele Hebammen fürchten, dass ihr Beruf systematisch ausgehebelt wird. Vor allem die Berufshaftpflicht macht dem Berufsstand zu schaffen. Denn die Beiträge für die Versicherungen haben sich in den letzten Jahren exorbitant erhöht, oft um das Zehnfache. Unabhängig von der Zahl der Geburten, die eine Hebamme betreut, werden aktuell jährliche Prämien von über 6.000 Euro fällig. Selbständige Hebammen tragen diese Kosten selbst, was bedeutet, dass in vielen Fällen selbst bei einer sehr guten Auftragslage gleich mehrere Monate Verdienst wegfallen bzw. für die Prämien draufgehen.

Angst vor der Selbständigkeit

Viele Hebammen arbeiten daher nicht mehr selbständig, sondern arbeiten im Krankenhaus. Immer mehr Hebammen geben ihre freiberufliche Tätigkeit auf, was die Suche für Schwangere erheblich erschwert. Viele Hebammen sind über Monate ausgebucht, viele ziehen sich zurück. Denn viele Hebammen sehen inzwischen keine berufliche Perspektive, wenn der größte Teil des Verdienstes nur für die Versicherung aufgewendet werden muss. Die Versicherungen begründen die drastischen Erhöhungen nicht mit einer vermehrten Zahl von Schadensfällen, die den Hebammen angelastet werden könnte. Vielmehr geht es um horrende Ausgaben für besonders schwere Schadensfälle. Extrem hohe Schadensersatzansprüche entstehen z.B. dadurch, dass auch schwerst behinderte Kinder dank einer guten medizinischen Versorgung überleben bzw. deutlich länger leben. Versicherungen rechnen vor, dass im Jahr 2003 noch gut 2,5 Millionen Euro für die Schadensabdeckung ausreichten, heute in 2015 sind es gut sechs Millionen Euro.

Schwierige Arbeitsbedingungen

Das bedeutet aber auch, dass der Deutsche Hebammen-Verband nur noch für jeweils ein Jahr eine Versicherung anbietet. Das wiederum heißt für Hebammen, dass sie nur ein Jahr mit einer vorweisbaren Berufshaftpflicht arbeiten dürfen. Auch für angestellte Hebammen, etwa in Kliniken, wird es schwieriger, denn auch die Krankenhäuser scheuen zunehmend die horrenden Kosten. Denn eine angestellte Hebamme darf auch nur in dem Krankenhaus entbinden. Um Kosten zu sparen, sind viele Hebammen inzwischen nur noch eingeschränkt freiberuflich tätig und bieten dabei lediglich Vorbereitungskurse und die Nachsorge an, die eigentliche Geburt lassen sie aus, denn dadurch entstehen die entscheidenden Kosten. Viele Hebammen hoffen daher, dass die Politik tätig wird und die Versicherungsbeiträge deckelt, damit der Beruf der Hebamme auch künftig eine Chance hat.

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